Fliegenfischen am Förchensee – Saisonauftakt

Der 1. März wird in Bayern von vielen Fliegenfischern und Anglern mit großer Sehnsucht erwartet. Das Ende der Bachforellen- und Saiblingschonzeit bedeutet für viele Angler, dass die Winterzeit vorbei ist und wir endlich wieder unserem wunderschönen Hobby nachgehen können. Teilweise ist es möglich, in Bayern und Österreich zwischen Oktober und Februar auf Huchen zu fischen. Aber die letzte Huchensaison haben für mich eine Menge kalter Füße, lange Fußmärsche und sehr viele Würfe ohne irgendeine Reaktion seitens Hucho Hucho bedeutet. Einen einzigen Biss mit kurzem Drill gab es bei mir zu verzeichnen und den recht ordentlichen Fisch habe ich auch noch im Drill verloren.

Förchensee

Umso gespannter war ich auf den anstehenden Saisonstart! Der Plan war klar: Anfang März geht es an den Förchensee, um den lang anhaltenden Winter ohne Fisch an der Fliegenrute zu beenden. In Gedanken stellte ich mir einen frühlingshaften Tag mit Sonnenschein und bestem Wetter vor. Natürlich kamen bei dieser Träumerei auch eine Menge toller Forellen und Saiblinge vor.
Wenige Tage später war es dann soweit und ein paar Stunden Fliegenfischen am Förchensee standen als Saisonauftakt auf dem Programm. Am Vorabend wurde die Forellenausrüstung mit 4er Fliegenrute, Fliegenrolle und Weste nach der Winterpause zusammen gesucht und auf Funktionalität überprüft. Am nächsten Morgen war von schönem Wetter und Sonnenschein keine Spur. Draußen goss es in Strömen vom Himmel und es war eiskalt. So wurde das Frühstück etwas in die Länge gezogen, in der Hoffnung, dass der Regen etwas nachlässt. Das Wetter jedoch konnte mich an diesem Tag nicht bremsen. Die Vorfreude und die Sehnsucht auf das „ schönste Hobby der Welt“ waren einfach zu groß. Mit einem starken Kaffee im Thermobecher, guter Musik im Auto und der Ausrüstung im Kofferraum ging es mit bester Stimmung im strömenden Regen vorbei an Ruhpolding, Richtung Förchensee,. Das Erfreuliche war, dass der Regen tatsächlich in Richtung Förchensee immer weniger wurde. Während der Fahrt überlegte ich mir, auf was die Forellen und Saiblinge wohl heute beißen würden. Im Herbst war eine große Trockenfliege mit einer kleinen Nymphe als Springer sehr erfolgreich. Aber an eine Trockenfliege war heute wohl kaum zu denken.

Förchensee Bachforelle

Am See angekommen wurde die Wathose über die Thermowäsche gezogen, die Watschuhe angezogen , die Rute zusammengesteckt und die Schnur durch die Ringe gezogen. Nach dem Anbinden der Fliege merkte ich, dass es der erste Fischtag der Saison sein sollte. Der Clip an der Weste fehlte, um das überstehende Vorfach an der ausgewählten Nymphe zu beseitigen. Ebenso waren die Vorfachspulen noch nicht am richtigen Fleck in der Weste und zudem musste ich erst mal wieder in Erinnerung bringen, wo in der Weste welche Fliegenbox mit welchen Fliegen verstaut waren. Man merkte es ganz eindeutig: Es ist der erste Fischtag der Saison. Meinem mittlerweile am Parkplatz eingetroffenen Fischpartner ging es ganz genauso. Zumindest hatte er schnell einen Clip parat.

Förchensee

Nach den ersten typischen Erlebnissen für einen Saisonstart freuten wir uns auf die anstehende Fischerei. Gleich im Auslauf des Förchensees erhofften wir uns die eine oder andere Forelle. Hier waren bereits aus einiger Entfernung einige Forellen und Bachsaiblinge in dem glasklaren Wasser zu beobachten. Vorsichtig näherten wir uns den Fischen auf Wurfdistanz und versuchten unser Glück mit kleinen Nymphen. Die Fische reagierten sofort auf die ins Wasser fallenden Nymphen. Allerdings wurden die Nyphmen verfolgt und nach einem kurzen Moment war der Köder für die Fische nicht mehr von Interesse. Es sah ganz danach aus, dass die Nymphe deutlich zu schnell sank, da die Fische in der Absinkphase abdrehten und kein Interesse mehr zeigten. Schnell waren andere Nymphen montiert und weitere Fische waren ausgemacht. Die Wahl fiel auf eine langsam sinkende Pupa-Imitation, da diese Nymphe ganz langsam absinken und damit den Fisch zum Anbiss reizen sollte. Gleich bei der ersten Präsentation zeigte sich, dass diese Wahl absolut korrekt war. Gleich nach dem Auftreffen auf der Wasseroberfläche und dem langsamen Absinken der Nymphe konnte man beobachten wie sich eine Forelle dem Köder vorsichtig näherte und beim Absinken verfolgte. Kurz vor Erreichen des Grundes öffnete sich das Maul des Fisches und er saugte die Nymphe behutsam sein. Hier gab es dann gleich die nächste Lektion: Bloss nicht zu schnell den Anhieb setzen! Denn wenn das Maul des Fisches noch geöffnet war, dann wurde der Köder sofort wieder aus dem Maul gezogen. Also erst eine Sekunde warten und dann sanft den Anhieb setzen. Auch hier merkten wir, dass die Übung über den Winter etwas verloren gegangen ist. Auf dem Weg entlang des Sees konnten wir einige Bachforellen und Saiblinge sichten, anwerfen und schließlich auch mit der erwähnten Technik fangen. Die Sichtfischerei am Förchensee ist spannend und herausfordernd zugleich. Trotz der widrigen Wetterbedingungen war es ein toller Saisonauftakt am Wasser und wir freuen uns auf die anstehende Saison hier im Chiemgau. Bei der Rückkehr zum Auto habe ich meinen Clip in der Mittelkonsole gefunden. Weitere Fischtage können also folgen…

Fliegenfischen Förchensee

Fliegenfischen Förchensee

Fliegenfischen Förchensee

Fliegenfischen Förchensee

Fliegenfischen Förchensee

Hinterlasse einen Kommentar