Fliegenfischen, Chiemsee, Hecht

Seit dem 1. Mai war die Schonzeit des Hechtes vorbei und es galt dem begehrten Räuber wieder mit der Fliegenrute nachzustellen. Das Wochenende war schon lange im Vorhinein für die Hechtfischerei geplant und die Vorfreude war natürlich riesig.

Allerdings passen eine frühzeitige Planung und das Wetter nicht immer gut zusammen…
Vor dem entscheidenden Wochenende kündigte sich eine ordentliche Kaltfront mit Wind und Regen hier im Chiemgau an. Die Prognosen trafen zu und die Stimmung wurde mit aufziehenden Regenwolken immer schlechter. Kaum war das „Hechtwochenende“ da regnete es in Strömen, die Temperaturen fielen unter 10 Grad und zu allem Überfluss wehte auch noch ein starker Wind. Insgesamt waren es alles andere als gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Hechtpirsch mit der Fliegenrute vom Boot aus.

Letztendlich siegte doch die Vorfreude auf die Fischerei und schließlich waren die Ruten geputzt, neuer Schnüre aufgespult, Hechtvorfächer vom letzten Jahr ersetzt und die Streamer warteten auf ihren Einsatz. An dem besagten Tag prasselte der Regen so stark auf die Frontscheibe des Autos,  dass der Scheibenwischer kaum hinterher kam. Es war nass, kalt, sehr windig und wir standen mit unserem Fliegenruten an einem der größten bayerischen Seen um auf Hecht zu fischen.

Schnell war das Boot hergerichtet und aufgrund der äußeren Bedingungen war die Strategie schnell klar: relativ geschützte Buchten suchen und diese Stück für Stück mit Intermediate oder Sink-Tip Schnüren abfischen. Als Ruten hatten wir von der 8er bis zur 10er alles an Bord. Hier bevorzugten wir es die voll ausgerüsteten Ruten, Rollen, Schnüre und Streamer fertig bestückt im Boot liegen zu haben. Die Intermediate Schnur wurde für die Uferbereiche mit Tiefen zw. 0,5 bis 2 m eingesetzte und die Sink-Tip Schnüre wurden bei Tiefen über 2,5 verwendet. Generell konzentrierten wir uns nur auf Bereiche, die nicht tiefer als 4 m waren.

Auf dem Weg zur ersten Bucht
Auf dem Weg zur ersten Bucht
Regenpause: in solchen Buchten gilt es die Raubfische zu finden
Regenpause: in solchen Buchten gilt es die Raubfische zu finden

Nach einer Weile war die erste Bucht erreicht und der Wind und Regen forderte dem Werfer im Boot einiges ab. Einer ruderte und der andere stand im Boot und fischte die interessanten Gebiete systematisch ab. Durch den starken Regen sammelte sich immer mehr Regenwasser im Boot und zwischendurch war Schöpfen angesagt. Gut, dass wir beide unsere Wathosen und wasserdichten Jacken um Boot angezogen hatten.

Irgendwie konnten wir uns kaum vorstellen, dass wir heute nur irgendeinen Kontakt haben sollten. Doch bereits nach 20 Minuten hatten wir den ersten Biss, der sofort verwandelt werden konnte. Ein kleiner Hecht mit 60 cm hatte sich auf den Flash Streamer gestürzt. Diese Streamer funktionieren oft am besten, wenn das Wasser von Wind und Regen aufgewühlt ist und nicht ganz klar ist. Über den zügigen Erfolg waren wir sehr überrascht und schnell waren der Wind und die Nässe vergessen.  Es wurde konzentriert weiter gefischt und keine Stunde später hatten wir einen schönen Nachgänger, der kurz vor dem Boot abtauchte. Bei einem der nächsten Würfe kam der Streamer an der Oberfläche auf und wurde gerade 2 mal gestrippt. „Oh hast Du die Attacke an der Oberfläche gesehen“ rief der Ruderer…das spannte sich schon die Schnur und der Hecht hatte den Streamer voll genommen. Das Ergebnis war ein prächtiger Hecht, der bei den widrigsten Bedingungen mit der Fliegenrute überlistet wurde. An diesem Vormittag konnten wir noch zwei weitere Hechte landen. Mittags fuhren wir wieder in den Hafen und waren überglücklich, dass wir es unter solchen Bedingungen „gewagt“ haben. Wir wurden belohnt und gönnten uns eine schöne „Fischerhalbe“ besten Traunsteiner Bieres. Petri Heil!

Der Anfang ist gemacht! Der erste Hecht wurde gelandet.
Der Anfang ist gemacht! Der erste Hecht wurde gelandet.
Der Hecht hat auf einen Flash Streamer gebissen
Der Hecht hat auf einen Flash Streamer gebissen

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein prächtiger Hecht konnte mit der Fliegenrute überlistet werden
Ein prächtiger Hecht konnte mit der Fliegenrute überlistet werden
Die Freude über den Hecht ist groß.
Die Freude über den Hecht ist groß.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text: Ralf Raacke
Fotos: Ralf Raacke / Michael Schallinger

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